Holocaust Education und Antisemitismusprävention in der Grundschule

Bereits Grundschulkinder verfügen über vielfältige Vorstellungen von der nationalsozialistischen Vergangenheit. Obwohl angesichts des nachweisbaren Wissens von Kindern ein Bedarf an speziellen Bildungsformaten für die Grundschule besteht und zudem auch Antisemitismus bereits in dieser Altersgruppe auftreten kann, werden die Geschichte des Nationalsozialismus sowie die Mechanismen und Auswirkungen des Antisemitismus im Grundschulunterricht nicht behandelt. Gleichzeitig existieren bislang kaum externe Bildungsangebote.

Diesem Umstand wollen wir mit unserem Projekt begegnen. Im Mittelpunkt steht ein altersgerechter Zugang, der Kinder weder emotional noch kognitiv überfordert, zugleich aber die historischen Fakten nicht bagatellisiert. Das entwickelte Workshopkonzept verbindet Grundlagenwissen zur Geschichte des Nationalsozialismus, des Antisemitismus und des Holocausts mit der Vermittlung demokratischer Werte. Zudem soll die Diversität jüdischen Lebens sowie die Individualität jüdischer Menschen sichtbar gemacht werden.

Zentrale Methode ist das biographische Lernen: Die Kinder arbeiten mit aufbereiteten Lebensgeschichten jüdischer Kinder, die während der NS-Zeit in Leipzig aufgewachsen sind. Dadurch werden die Auswirkungen von Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung im Nationalsozialismus konkret und anschaulich dargestellt. Die Biografien zeigen, wie sich der Alltag jüdischer Kinder und ihrer Familien veränderte, welche Bedeutung das Judentum für sie hatte, welche Erfahrungen sie mit Antisemitismus aber auch Solidarität machten und auf welchen Wegen es ihnen gelang, die NS-Zeit zu überleben.

Auf unserer Homepage findest du im Archiv weitere Informationen zur Geschichte des Projekts sowie eine Handreichung zur politisch-historischen Bildung in der Grundschule.

Anfrage

Zeitlicher Umfang

3 Tage à 4-5 Unterrichtsstunden

Zielgruppe

Schüler*innen der 4. Klasse

Finanzierung

Das Projekt wird 2026 im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Das Projekt wird 2026 außerdem unterstützt durch die abriporta Stiftung, die Hertie-Stiftung, die Berthold Leibinger Stiftung sowie die Kurt und Hildegard Löwenstein Stiftung/Losten Stiftung.